Kautionsversicherung

Die Kautionsversicherung ist vor allem für  Klein- und Mittelständische Handwerksunternehmen geeignet, die sich im Bauhaupt- oder Baunebengewerbe angesiedelt haben. Das pendant ist ein sogenannter Avalkredit, den Sie bei Ihrer Hausbank beantragen können. 

Eine Kautionsversicherung hilft dir neue Aufträge zu erhalten oder sich im Zweifel auch gegenüber deinen Konkurrenten bei der Auftragsvergabe durchzusetzen. 

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Inhaltsverzeichnis

Wie funktioniert eine Kautionsversicherung?

Wenn dein Unternehmen größere Aufträge erhalten möchte, kann es schon einmal vorkommen, das deine Auftraggeber für die Vergabe dieser Bauvorhaben eine Sicherheitsleistung von dir verlangen. Die Rede ist von einer Bürgschaft. Das hilft deinen Auftraggebern sich vor finanziellen Risiken zu schützen, wie z.B. gegen Vertragserfüllungspflichten oder auch gegen Gewährleistungen. 

Solche Bürgschaften werden in der Regel von Bauträgern, Architekten oder Kommunen gefordert. In Einzelfällen verlangen auch schon einmal pfiffige Privatpersonen eine Bürgschaft. Die Sicherheitsleistung liegt  gewöhnlich bei  2%-20% des Auftragswertes, je nach dem welche Bürgschaft deine Kunden in Anspruch nehmen. Die Höhe der Bürgschaft ist grundsätzlich eine Sache der Absprache und ist in der Regel auch in dem entsprechenden Bauträgervertrag oder ähnlichem festgehalten.

Welche Vorteile hast du von einer Kautionsversicherung?

Da es bei Auftraggebern häufig zum Standard gehört sich gegen verschiedene Risiken des laufenden Geschäftsbetriebs bestmöglich abzusichern, damit dieses unkompliziert möglich ist wird eine Bürgschaft zur Absicherung verlangt. Dein größter Vorteil ist es dann, eine entsprechende Bürgschaft vorlegen zu können, damit du den erhofften Auftrag erhältst. Solltest du keine Bürgschaft zur Verfügung stellen können, fällst du bei der Vergabe des Auftrags einfach heraus und der Kunde ist weg.

Du kannst eine Bürgschaft auch bei deiner Hausbank beantragen. Dieses Vorgehen wirkt sich jedoch direkt auf deine Kreditlinie aus. Steht dir also üblicherweise ein Kontokorrent-Kredit von 100.000€ zur Verfügung und du musst für den Auftrag eine Bürgschaft von 10.000€ zur Verfügung stellen, so beträgt deine Kreditlinie nur noch 90.000€. Das liegt daran. dass deine Bank davon ausgehen muss, das dein Auftraggeber diese Bürgschaft auch in Anspruch nimmt. Oftmals bietet sich in diesem Fall der Abschluss einer Kautionsversicherung an, da diese keinen Bezug zu deine Bank hat.

Eine Kautionsversicherung erhöht die Liquidität deines Unternehmens. Wenn wir bei dem obigen Beispiel mit der Kreditlinie bleiben hast du dementsprechend auch 10.000€ mehr Liquidität in deinem Unternehmen.(abzüglich der Prämie für die Kautionsversicherung) Dieser Vorteil erlaubt es dir planbarer Lieferanten- oder Personalkosten zu bedienen. 

Solltest du häufiger eine Bürgschaft in Anspruch nehmen müssen, kannst du über eine Kautionsversicherung einen Bürgschaftsrahmen einrichten. Das spart sehr viel Zeit, da du nicht jede Bürgschaft einzeln mi deiner Bank verhandeln musst. In diesem Bürgschaftsrahmen legst du ein fixes Limit fest und kannst die benötigten Bürgschaften flexibel abrufen. Der Bürgschaftsrahmen hat ebenfalls direkten Einfluss auf deine Liquidität.

Welche Bürgschaften gibt es?

Gewährleistungsbürgschaft

Für den Fall, dass nach geleisteter Arbeit Mängel auftreten, hat dein Auftraggeber die Möglichkeit, einen Teil der Rechnungssumme als Sicherheit einzubehalten. Damit dein Auftraggeber nicht die Rechnung kürzt gibt es eine Gewährleistungsbürgschaft. Er kann diese Mängel bei deiner Kautionsversicherung melden und erhalt von der Versicherung sein Geld. Du kannst dann in angemessener Zeit diese Mängel beheben.

Vertragserfüllungsbürgschaft

Mit der Vertragserfüllungs­bürgschaft stellst du für deinen Auftraggeber sicher, dass alle vertraglich vereinbarten Pflichten auch im Falle einer Insolvenz erfüllt werden. Sollte eine Insolvenz vorliegen, benötigt der Auftraggeber einen neuen Handwerker. In der Regel kann er die geforderte Leistung jedoch nicht zum selben Preis anbieten. Diese Zusatzkosten werden durch eine Vertragserfüllungsbürgschaft versichert. Die Höhe der Bürgschaft beträgt in der Regel ca. 10-20% der Auftragssumme.

Vorauszahlungsbürgschaft Anzahlungsbürgschaft

Zur Abdeckung deiner Materialbeschaffungskosten kannst du eine Anzahlung mit deinem Auftraggeber vereinbaren. Dieser hat dann die Möglichkeit eine Vorauszahlungs­bürgschaft zu fordern, um seine geleistete Anzahlung im Falle einer Insolvenz zurückzuerhalten.

Wie lange gelten die ausgegebenen Bürgschaften?

Die Gewährleistungsbürgschaft läuft in der Regel 5 Jahre. In seltenen Einzelfällen kann es auch mal länger der Fall sein. Es ist besonders wichtig, dass deine Auftraggeber nach Ablauf der Gewährleistung diese Bürgschaften wieder freigeben. Erst bei Rückgabe einer Bürgschaft erlischt diese auch gegenüber deines Versicherers. Solltest du über einen Bürgschaftsrahmen verfügen, wird dieser erst bei Rückgabe der Bürgschaft nach unten korrigiert und die vorgehaltene Summe wird in deinen Bürgschaftsrahmen wieder freigegeben

Die Vertragserfüllungsbürgschaft sowie die Vorauszahlungsbürgschaft laufen wie es der Name bereits vermuten lässt, solange bis du deinen Auftrag vollständig beendet hast.